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Jetzt anrufen02261 799 9968Unter der Rückstauebene, also unter Straßenniveau, braucht jede Ablaufstelle Schutz: einen Rückstauverschluss in der Leitung oder eine Hebeanlage, die das Abwasser nach oben pumpt. Ein Verschluss ist günstiger, taugt aber nur für Räume ohne dauerhafte Nutzung und muss zweimal jährlich auf Dichtung und Beweglichkeit kontrolliert werden. Wer im Keller ein Bad, eine Waschküche oder ein Gästezimmer nutzt, braucht die Hebeanlage, weil sie auch bei drückendem Kanal weiterarbeitet. Bei Starkregen zeigt sich, welche Variante tatsächlich verbaut ist. Der Kamerabefund zeigt, wo der Verschluss sitzt und ob er noch dichtet.
Für Leitungen auf dem eigenen Grundstück zahlt in der Regel der Eigentümer, für den Kanal in der Straße die Kommune. Versicherungen springen nur in bestimmten Fällen ein. Die Grenze verläuft meist an der Grundstücksgrenze, den genauen Verlauf regelt die örtliche Abwassersatzung. Eine Wohngebäudeversicherung deckt Leitungsschäden nur, wenn Rohrbruch ausdrücklich eingeschlossen ist; Verschleiß und Wurzeleinwuchs bleiben häufig ausgenommen. Bei Mehrfamilienhäusern ist zwischen Gemeinschafts- und Sondereigentum zu unterscheiden. Vereinzelt gibt es Förderprogramme von Städten oder Ländern. Wer den Kamerabefund vorlegt, kommt bei Versicherer und Stadtentwässerung schneller weiter.
Die Kamera fährt nach einer Vorab-Reinigung durch die Leitung, jeder Befund wird mit Metermarke aufgezeichnet, am Ende steht ein Prüfbericht mit Videodatei. Zuerst wird der Zugang geöffnet, meist ein Revisionsschacht oder eine Reinigungsöffnung. Dann folgt die Reinigung, weil Ablagerungen sonst die Sicht nehmen. Die Kamera fährt langsam die Strecke ab, hält an Abzweigen und Auffälligkeiten und schwenkt in die Anschlüsse. Über eine Sonde im Kamerakopf lässt sich der Schadenspunkt oben im Gelände markieren. Für ein Einfamilienhaus dauert der Termin meist ein bis zwei Stunden. Bei längeren Strecken oder mehreren Abschnitten planen wir entsprechend mehr Zeit ein.
In der Regel sind wir in zwei bis drei Stunden bei Ihnen, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Am Telefon fragen wir zuerst, welche Abläufe betroffen sind und ob Wasser austritt. Daraus ergibt sich, ob der Einsatz sofort startet oder ein Termin am nächsten Morgen genügt. Das Fahrzeug ist bereits mit Spirale, Hochdruckpumpe und Kanalkamera bestückt, deshalb entsteht keine Wartezeit durch eine zweite Anfahrt. Nennen Sie am Telefon bitte die genaue Adresse, die Etage und ob ein Revisionsschacht auf dem Grundstück vorhanden ist. Das verkürzt die Suche vor Ort deutlich.
Chemische Rohrreiniger lösen Fett nur an der Oberfläche und belasten dabei Dichtungen, Kunststoffrohre und den Siphon, weil sie stark erhitzen und ätzend wirken. Bleibt die Leitung verstopft, steht das Mittel im Stauwasser und wirkt genau dort weiter, wo es nicht soll. Bei älteren Leitungen führt das zu porösen Dichtungen und Verformungen, bei Metall zu Korrosion. Für den nächsten Handwerker ist das Stauwasser zusätzlich eine Gefahr. Mechanische Verfahren erreichen dagegen die gesamte Rohrwand und tragen die Ablagerung wirklich aus dem Rohr heraus, ohne das Material selbst anzugreifen.
Eine Saugglocke ist bei weichen, frischen Verstopfungen ein legitimer erster Versuch, heißes Wasser und Chemie sind es nicht. Kochendes Wasser kann die Keramik reißen lassen und Dichtungen verformen. Chemische Rohrreiniger bleiben im Stauwasser stehen, greifen Kunststoffrohre und Dichtungen an und machen die späteren Arbeiten gefährlich. Drahtbügel und Kleiderhaken schieben Fremdkörper tiefer oder verkratzen die Keramik. Bleibt es nach zwei oder drei Versuchen mit der Saugglocke verstopft, sitzt die Ursache tiefer. Dann beseitigt nur der mechanische Weg mit Spirale und Hochdruck die eigentliche Ursache, ohne dass Sie die Keramik dabei aufs Spiel setzen.
Eine Dichtheitsprüfung nach DIN 1986-30 belegt mit Wasser oder Luft, ob eine Abwasserleitung dicht ist; eine saubere Leitung ist dafür die Voraussetzung. Geprüft wird ein abgesperrter Abschnitt: entweder gefüllt mit Wasser und beobachtet am Pegel oder beaufschlagt mit Luft und gemessen am Druckabfall. Ist die Leitung nicht frei, hält keine Absperrblase und das Ergebnis wird wertlos. Anlässe sind ein Hauskauf, ein Umbau, eine behördliche Aufforderung oder ein Verdacht nach der Kamerabefahrung. Das Protokoll zeigt anschließend, ob saniert werden muss. Wer eine Sanierung plant, braucht dieses Protokoll ohnehin als Ausgangsbefund für die Planung.

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